Der Außenhandel Chinas ist im vergangenen Jahr stärker gewachsen als erwartet. Laut dem chinesischen Zoll wurden 2019 etwa 3,4 Prozent mehr Güter gehandelt als im Vorjahr. Chinas gesamtes Außenhandelsvolumen erreichte demnach 31,54 Billionen Yuan.

In dem Hafen von Tongling, ostchinesische Provinz Anhui, laden und entladen Krane Container. Im Rahmen der von China vorgeschlagenen Seidenstraßeninitiative hat die Stadt 2019 ihre Industriestruktur angepasst und ein deutliches Wachstum im Außenhandel erzielt.

Chinas Exporte kletterten im Jahresvergleich um 5 Prozent auf 17,23 Billionen Yuan, während die Importe 14,31 Billionen Yuan erreichten. Dies geht aus den Daten des chinesischen Zolls hervor. Somit konnte China seinen Handelsbilanzüberschuss gegenüber dem Vorjahr um satte 25,4 Prozent auf 2,92 Billionen Yuan ausweiten.

Die Maßnahmen der chinesischen Regierung zur Stabilisierung des Außenhandels hätten zum Jahresende hin zu einem Anstieg der Exporte geführt, wobei das Wachstum zum Teil auch auf eine niedrigere Vergleichsbasis im Jahr 2018 zurückzuführen sei, sagte Bai Ming, stellvertretender Direktor des Internationalen Marktforschungsinstituts des Handelsministeriums, gegenüber der Global Times.

In der Zwischenzeit spiegele das Importwachstum einen Anstieg der Inlandsnachfrage inmitten eines vielversprechenden inländischen Wirtschaftswachstums wider, so Bai weiter.

Die Regierung wird am Freitag die offiziellen Außenhandelszahlen sowie das BIP für 2019 bekanntgeben.

So wuchs beispielsweise Chinas Handel mit der EU, seinem größten Handelspartner, um 8 Prozent auf 4,86 Billionen Yuan. Im vergangenen Jahr wurde darüber hinaus der Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) zum zweitgrößten Handelspartner Chinas. Der Handel der ASEAN-Staaten mit China wuchs um 14,1 Prozent auf 4,43 Billionen Yuan, während der Handel zwischen China und den USA um 10,7 Prozent auf 3,73 Billionen Yuan zurückging.

Obwohl China und die USA am Mittwoch in Washington voraussichtlich ein Handelsabkommen der Phase eins unterzeichnen werden, warnte Bai vor allzu hohem Optimismus bezüglich des bilateralen Außenhandelswachstums im laufenden Jahr.

„Die Verhandlungen der Phase zwei werden bald beginnen und US-Präsident Donald Trump könnte auf die bereits abgeschlossenen Vereinbarungen Einfluss nehmen und China unter Druck setzen, bestimmte Zugeständnisse zu akzeptieren“, sagte Bai und merkte an, dass die bevorstehenden Handelsgespräche komplexer und die Streitigkeiten beider Länder noch schwieriger zu lösen sein würden, als zuvor.