Diese Luftaufnahme vom 15. Oktober 2019 zeigt einen Blick auf Lujiazui in Shanghai. [Foto/Xinhua]

Chinas Pro-Kopf-BIP ist im Jahr 2019 zum ersten Mal auf über 10.000 Dollar gestiegen. Dies berichtet The Paper unter Berufung auf einen Beamten der obersten Wirtschaftsbehörde des Landes.

Man könne davon ausgehen, dass Chinas BIP im Jahr 2019 die 100-Billionen-Yuan-Marke (14,37 Billionen Dollar) überschritten hat. Damit würde das Pro-Kopf-BIP erstmals bei mehr als 10.000 Dollar liegen, sagte Ning Jizhe, stellvertretender Leiter der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission, am vergangenen Samstag bei der Jahrestagung für chinesische Makroökonomie in Beijing.

Ning sagte, dass im Jahr 2019 einige Wirtschaftsindikatoren wie der Verbraucherpreisindex, die neu hinzugekommenen Arbeitsplätze, das Einkommen der Einwohner sowie der Wechselkurs des Renminbis auf einem angemessenen Niveau gehalten werden konnten.

Ein Pro-Kopf-BIP von über 10.000 Dollar bedeute nicht einfach nur, dass das Einkommen der chinesischen Bevölkerung und Unternehmen gestiegen sei – es markiere vielmehr auch einen bedeutenden Fortschritt in der Geschichte der Menschheit, sagte Ning.

Basierend auf Daten, die von der Weltbank im Jahr 2018 veröffentlicht wurden, gab es in jenem Jahr weltweit 1,6 Milliarden Menschen mit einem Pro-Kopf-BIP von über 10.000 Dollar. Da das Pro-Kopf-BIP Chinas, einer Nation mit fast 1,4 Milliarden Menschen, nun über 10.000 Dollar liegt, ist diese Einkommensgruppe nun insgesamt knapp drei Milliarden Menschen stark, was einen positiven Einfluss auf die ganze Welt haben wird.

Schon vor Wochen und Monaten hatten einige Experten vorausgesagt, dass das Pro-Kopf-BIP Chinas im Jahr 2019 die Marke von 10.000 Dollar überschreiten werde. Diese Entwicklung bezeichneten sie als wichtige Transformation für die gesamte Gesellschaftsstruktur sowie als Wendepunkt für die Wirtschaft.

Der CPI, ein Hauptindikator für die Inflation, stieg im Jahr 2019 um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und lag damit gerade noch innerhalb des von der Regierung vorgegebenen Rahmens von maximal drei Prozent. Während der ersten elf Monate des letzten Jahres seien 12,79 Millionen neue städtische Arbeitsplätze geschaffen worden – zwei Monate früher als geplant. Damit sei das Jahresziel von mehr als 11 Millionen neuen Arbeitsplätzen weit übertroffen worden, so Ning.

In den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres war das Wachstum des verfügbaren Pro-Kopf-Einkommens der Einwohner genau so groß wie das Wirtschaftswachstum in diesem Zeitraum. Der Wechselkurs des Renminbis blieb im Wesentlichen stabil, während das Wachstum von Import und Export beim Warenhandel insgesamt stabil war und ein positives Wachstum realisierte.

Bemerkenswert ist, dass der Einkaufsmanagerindex (PMI) für Chinas verarbeitenden Sektor zwei Monate in Folge über 50 lag – und damit die Grenze zwischen Expansion und Kontraktion überschritt.

Nach Angaben des Staatlichen Amts für Statistik (SAS) lag der PMI des chinesischen verarbeitenden Gewerbes im Dezember bei 50,2 und damit unverändert gegenüber dem Vormonat. Dies ist der zweite Monat in Folge, in dem der PMI auf eine Expansion hindeutet, teilweise begünstigt durch den Boom von Angebot und Nachfrage sowie mehr Exportaufträge, sagte der leitende Statistiker des SAS, Zhao Qinghe.

China wird am 17. Januar seine Wachstumsdaten für das Gesamtjahr 2019 veröffentlichen. Zuvor hatten Forscher der Renmin-Universität vorausgesagt, dass die Zahl bei 6,1 Prozent liegen werde, rund 0,5 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.