Am Donnerstag kamen Polizei und Feuerwehr der Sonderverwaltungszone Hongkong in die PolyU, um Ermittlungen aufzunehmen.

Die Hongkonger Polizei und Feuerwehr untersuchen die Hong Kong Polytechnic University (Foto vom 28. November 2019 im chinesischen Hongkong/Xinhua).

Auf einem Platz innerhalb der Hong Kong Polytechnic University (PolyU) fand ein Feuerwehrmann eine braune Glasflasche mit verdächtigem Inhalt. Zusammen mit drei anderen beschriftete er die Flasche als "gefährlich" und sperrte den Bereich ab. Am Donnerstag kamen Polizei und Feuerwehr der Sonderverwaltungszone Hongkong in die PolyU, um Ermittlungen aufzunehmen. Seit dem 17. November benutzen Randalierer, die sich die PolyU versammelt haben, den Campus als Hochburg, um Angriffe auf Polizisten mit tödlichen Waffen wie Benzinbomben, Pfeil und Bogen, Metallkugeln und Ziegeln zu starten. Die Polizei gab am Montag bekannt, dass rund 1.100 Menschen den Campus friedlich und ordentlich verlassen hätten, darunter 300 Minderjährige. Gegenwärtig soll sich noch rund ein Dutzend Randalierer auf dem Campus befinden.

Chow Yat-ming, stellvertretender Polizeikommissar, sagte, die Polizei habe zwei Aufgaben: Gefährliche Gegenstände zu entschärfen, die die öffentliche Sicherheit gefährden, und Beweise in Bezug auf die Beschädigung des Campus zu sammeln. „Auf dem Campus sind gefährliche Gegenstände wie Ätzmitteln und Benzinbomben verteilt worden“, sagte er. Wong Chun-yip, stellvertretender Feuerwehrleiter, sagte vor der Presse, dass sie bei der Bewertung der Situation auf dem Campus helfen würden. „Wenn gefährliche Chemikalien eine unmittelbare Gefahr darstellen oder wenn eine Chemikalie ausläuft, werden wir sofort Maßnahmen ergreifen, um das Risiko zu mindern“, sagte er.

Xinhua-Reporter gingen mit der Polizei auf den Campus, wo eine Bibliothek unweit des Eingangs schwer beschädigt wurde. Das Drehkreuz wurde beschädigt, während Bücher auf dem Boden verstreut waren. Auf der Straße standen Plastik- und Glasflaschen sowie Dosen. Ein namentlich nicht genannter Polizist sagte, dass viele von ihnen Chemikalien enthielten, die sie zu Benzinbomben machen könnten. Die Tür eines Labors war aufgebrochen. Viele Labors wurden auf diese Weise verwüstet. Anwohner befürchten, dass die gestohlenen Chemikalien die öffentliche Sicherheit gefährden könnten. In einem Starbucks-Café auf dem Campus fehlten Tische und Stühle. Schränke und Thekenmaschinen wurden zerstört. Der Müll wurde in die Küche geworfen, wo sich Gerüche bildeten und jede Menge Fliegen schwirrten. „Ich habe noch nie ein so schwer zerstörtes Café gesehen“, sagte ein Polizeisprecher.

Die Polizei durchsuchte Universitätsgebäude, in denen Aufzüge beschädigt wurden. „Wenn wir jemanden finden, sorgen wir für die notwendige medizinische Behandlung, bevor wir eine Verhaftung durchführen“, sagte ein Polizist. Mit Stand von Donnerstag 14 Uhr hat die Polizei mehr als 600 Benzinbomben, Dutzende von Pfeilen und mehrere lange Bögen sowie viele brennbare Gegenstände beschlagnahmt. Der leitende Superintendent Li Kwai-wah vom Amt für organisierte Kriminalität sagte, die Situation auf dem Campus sei komplizierter als angenommen, aber die Polizei werde versuchen, ihre Arbeit so schnell wie möglich abzuschließen.