Immer mehr europäische Länder verfolgen einen unvoreingenommenen Ansatz in Bezug auf den Einsatz der Technologien von Huawei bei der Einführung von 5G-Netzen, obwohl die US-Regierung versucht, sie davon zu überzeugen, das chinesische Unternehmen zu verbieten.

Die französische Staatssekretärin für Wirtschaft und Finanzen Agnes Pannier-Runacher sagte kürzlich in einem Interview mit lokalen Medien, Frankreich werde den USA nicht folgen und Huawei von seinem 5G-Netz der nächsten Generation ausschließen.

Auch Deutschlands Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat am Sonntag in einer Debatte die Entscheidung verteidigt, Huawei die Teilnahme am deutschen 5G-Netz nicht zu verbieten.

Altmaier sagte: „Die USA verlangen von ihren Unternehmen auch die Bereitstellung bestimmter Informationen, die zur Bekämpfung des Terrorismus benötigt werden."

Als er sich zu den angeblichen Cybersicherheitsrisiken äußerte, die mit den Telekommunikationsgeräten von Huawei verbunden sind, sagte er: „Wir haben sie nicht boykottiert.“ Der US-Botschafter in Deutschland beschwerte sich über diesen Vergleich mit der Begründung, dass zwischen China und den USA keine moralische Äquivalenz bestehe. In Erwiderung auf den Kommentar sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Geng Shuang, dass einige US-Politiker und Beamte China immer angreifen und diskreditieren. Ihre schlechte Leistung decke ihre unaussprechlichen finsteren Absichten und politischen Versuche vollständig auf.

Deutschland kündigte im Oktober an, dass es keinen Telekommunikationsanbieter, einschließlich Huawei, in seinem 5G-Netzwerk herausstellen werde. Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert sagte auf einer Pressekonferenz Anfang dieses Jahres, dass „wir keine präventive Entscheidung treffen, einen Akteur oder eine Firma zu verbieten.“

Die objektive Haltung gegenüber Huawei kommt, während die Welt am Wendepunkt für den groß angelegten 5G-Netzwerk-Rollout steht. Laut dem Weltverband der Telekommunikationsbranche GSMA wird es bis Ende dieses Jahres 60 kommerzielle 5G-Netze geben, gegenüber den 40 kommerziellen 5G-Netzen in mehr als 20 Ländern und Regionen bis Ende Oktober.

Laut Si Han, Präsident der GSMA Greater China, werden im nächsten Jahr weltweit aggressivere Schritte unternommen, um die Einführung der neuen Generation der Funktechnologie zu beschleunigen.

In Europa, das von Ren Zhengfei, dem Gründer von Huawei, als zweites Zuhause des Unternehmens angesehen wird, werden 2020 auch mehr kommerzielle 5G-Netze laufen. Als größter Überseemarkt beheimatet Europa viele Telekommunikationsbetreiber, die Huawei-Produkte kaufen. Gleichzeitig sind in Europa aber auch die meisten Verbündeten der US-Regierung ansässig, und Washington bemüht sich verstärkt, sie davon abzuhalten, Huawei in ihre 5G-Pläne einzubeziehen.

Eine solch komplexe Situation erzeugt große Spannung, wie Europa angesichts der Unsicherheiten mit 5G umgehen wird.