China wird eine Reihe von Maßnahmen ergreifen, um die Versorgung mit Schweinefleisch sicherzustellen und den Preis der Produkte zu deckeln. Dazu zählen die Erhöhung des Imports von Qualitätsschweinefleisch und die Öffnung der Gefrierhäuser, in denen Notreserven lagern. Dies geht aus einer Stellungnahme des Handelsministerium vom Donnerstag hervor.

Der Sprecher des Ministeriums, Gao Feng, sagte auf der wöchentlichen Pressekonferenz seines Hauses, dass seit Anfang November der Preis für Schweinefleisch deutlich gefallen sei. In einem nächsten Schritt werde das Ministerium in Zusammenarbeit mit den betreffenden Abteilungen darauf hinwirken, Preisfluktuationen auszugleichen und eine relativ stabile Versorgung des Marktes sicherzustellen.

Er gehe davon aus, dass in diesem Jahr die Fleischeinfuhr voraussichtlich sechs Millionen Tonnen überschreiten werde. Der Anteil von Schweinefleisch und Schweinefleischprodukte werde auf über drei Millionen Tonnen ansteigen. Um eine ausreichende Versorgung zum chinesischen Neujahrsfest sicherzustellen, werde verstärkt Gefrierfleisch auf den Markt geworfen, so Gao.

Ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest hatte zu einer Verknappung von Schweinefleisch geführt. Als Folge davon kam es zu einem beträchtlichen Preisanstieg. Der Anteil von Schweinefleisch am gesamten Fleischkonsum in China liegt bei über 60 Prozent.

Nach Angaben des Handelsministeriums habe die Regierung eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um das Angebot an Schweinefleisch und deren Preis zu stabilisieren. So seien etwa in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres 1,32 Millionen Tonnen Schweinefleisch eingeführt worden, was einer Steigerung um 43,6 Prozent gegenüber den Zahlen des Vorjahreszeitraums entspräche.

Dank einer Verringerung der Großhandelspreise für Schweinefleisch und Eier hätten sich in der letzten Woche landwirtschaftliche Produkte verbilligt. Der durchschnittliche Großhandelspreis für Schweinefleisch lag letzte Woche bei 43,66 Yuan (6,25 US-Dollar) und hatte damit gegenüber der Vorwoche um 8,6 Prozent nachgegeben. Im Vergleich zur Situation Anfang November, lag der Preis um 16,5 Prozent niedriger.

Wang Yupeng, Experte für Makroökonomie bei Dongxing Securities, sagt, dass der Preiszyklus für Schweinefleisch nicht außer Kontrolle geraten werde, sondern sich letztendlich stabilisiere. "In den vergangenen Zyklen folgten auf hohen Preise Verbesserungen bei der Schweinefleischproduktion. Dies weist darauf hin, dass bei einem Anstieg des Preises für Schweinefleisch die Züchter ihre Produktion ausbauen, so dass die Preise angesichts des erweiterten Angebots wieder fallen werden," so Wang.

Die Maßnahmen der Regierung hätten die Erholung der Produktion begünstigt. Zwar äußerte sich Wang optimistisch über die Zukunfstaussichten, warnte aber zugleich vor weiteren Ausbrüchen der Schweinepest.

Ebenfalls am Donnerstag kündigte das Handelsministerium an, dass die Staatlichen Wirtschafts- und Technologieentwicklungszonen erweitert und verbessert werden sollen. Bislang bestehen 219 derartige Zonen im ganzen Land.

Das Ministerium werde in Zusammenarbeit mit anderen Regierungsabteilungen eine Politik betreiben, die auf eine Öffnung der Zonen und deren Orientierung auf hohe Qualität ziele, sagte Gao auf der Pressekonferenz.

Die Zonen sollen dazu ermutigt werden, die Erfahrungen von Pilotprojekten auszuwerten und den Lokalregierungen das Management der Zonen zu übertragen. Das Evaluierungssystem zur Bewertung der umfassenden Entwicklung der Zonen soll nach den Worten von Gao ebenfalls optimiert werden.