Chinas Staatspräsident Xi Jinping hat am Mittwoch zu einer aktiven Teilnahme der Wirtschaft an Kooperationsprojekten der BRICS-Mitgliedsstaaten aufgerufen. Damit solle das Wirtschaftswachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen angeregt werden, denn die Welt stehe vor einer Verlangsamung der Wirtschaftsentwicklung, die durch wachsenden Protektionismus ausgelöst würde.

Staatspräsident Xi Jinping mit dem brasilianischen Präsidenten Jaír Bolsonaro (rechts), dem russischen Präsidenten Wladimir Putin (zweiter von rechts), Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa (links) und dem indischen Premierminister Narendra Modi nach ihrer Ankunft in der brasilianischen Hauptstadt Brasília am gestrigen Donnerstag zur Teilnahme am 11. Gipfeltreffen der BRICS-Staaten.

Xi äußerte sich in diesem Sinne auf der Abschlussveranstaltung des BRICS Business Forum in der brasilianischen Hauptstadt Brasília. Die BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika sollten ihr 11. Gipfeltreffen dazu nutzen, ihre Beziehungen in einer Welt wachsender Unsicherheit enger zu knüpfen.

Der brasilianische Präsident Jaír Bolsonaro, der russische Präsident Wladimir Putin, der indische Premierminister Narendra Modi und der Präsident Südafrikas, Cyril Ramaphosa, nahmen ebenfalls an dem Forum teil, zu dem rund 600 Geschäftsleute aus den fünf Schwellenmärkten eingeladen waren.

Xi sagte, dass die Weltlage in letzter Zeit zahlreichen Veränderungen ausgesetzt war, die sowohl Chancen eröffneten wie auch Herausforderungen lieferten. Er sprach von einer neuen Runde technologischer und industrieller Revolution, welche die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft vorantreiben werde, während zugleich ein wachsender Protektionismus und wirtschaftliche Erpressungsversuche den Welthandel und Auslandsinvestitionen gefährdeten und schwer auf der Weltwirtschaft lasteten.

Die Märkte seien vital, wenn die Geschäftswelt Zuversicht ausstrahle, weshalb er die Anwesenden dazu aufrief, sich in der Zusammenarbeit zwischen den BRICS-Staaten zu engagieren und in den Mitgliedsländern zu investieren. Xi sagte, dass Chinas Entwicklung eine Chance für die Welt sei, und bekräftigte, dass die weitere Öffnung des Landes gewiss, und die langfristig positiven Aussichten für dessen Wirtschaft unverändert seien.

China werde seinen Markt weiterhin öffnen, die Importe erhöhen und beständig das Geschäftsumfeld verbessern, um der Wirtschaft noch bessere Entfaltungsmöglichkeiten zu sichern. Der gemeinsame Aufbau der Initiative Ein Gürtel – eine Straße hätte den Rang einer hochqualitativen Entwicklung erlangt, weshalb er die Unternehmer dazu aufrief, die Gelegenheit beim Schopfe zu packen und sich aktiv in die Initiative einzubringen, um die Früchte der Zusammenarbeit zu ernten.

Nach offiziellen Angaben ermöglicht der 11. BRICS-Gipfel, der unter dem Motto steht: "BRICS: Wirtschaftswachstum für eine innovative Zukunft", den fünf Mitgliedstaaten die Gelegenheit ihre Kooperation im Technologiebereich und bei den Zukunftswissenschaften auszubauen.

Xi sagte auf dem Forum, dass die Partnerschaft der BRICS-Staaten im Zeichen der Neuen Industriellen Revolution zielführend für die wirtschaftliche Zusammenarbeit der Mitgliedsländer auf der nächsten Stufe sei. Er rief die Geschäftswelt dazu auf, ihre Expansion im Rahmen der BRICS-Partnerschaft einzubringen. Dies würde sich positiv auf die Förderung der hochqualitativen Wirtschaftsentwicklung in den Bereichen Digitalwirtschaft und Grüner Wirtschaft auswirken.

Zhou Zhiwei, Lateinamerikaexperte an der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften, sagte gegenüber der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua, dass der diesjährige Gipfel sich nicht auf die Zusammenarbeit der BRICS-Staaten bei Wirtschaft und Handel beschränken werde, sondern die Kooperation bei Innovationen als neuen Wachstumsmotor entdeckt habe. Die BRICS-Staaten könnten den Gipfel zur Erweiterung ihrer Zusammenarbeit auf Gebieten wie Digitalwirtschaft und wissenschaftlich-technischer Innovation nutzen, meint Zhou.

Die BRICS-Staaten stellen gemeinsam mehr als vierzig Prozent der Weltbevölkerung und mit einer stetig wachsenden Kooperation unter ihren Mitgliedern trugen sie im vergangenen Jahr zu 23,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der Welt und zu 16,3 Prozent des Welthandels bei.