Der 11. BRICS-Gipfel in Brasilia ist für China eine Gelegenheit, die Partnerschaft unter den Schwellenländern zu stärken und einen klaren Aufruf zum Multilateralismus und zur Verbesserung der Global Governance auszusenden. Auch Chinas Staatspräsident Xi Jinping wird ab Mittwoch auf der zweitägigen Veranstaltung erwartet, teilten Beamte und Experten mit. Auf der Abschlussfeier des BRICS Business Forums,einem wichtigen Treffen von Wirtschaftsführern aus den BRICS-Ländern,wird Xi voraussichtlich eine Rede halten.

Die Präsidenten Chinas und Brasiliens, Xi Jinping (links) und Jair Bolsonaro, treffen sich am Mittwoch vor dem 11. BRICS-Gipfel in Brasilia.

Der chinesische Präsident wird auch an geschlossenen und öffentlichen Sitzungen des BRICS-Leaders-Meetings sowie am BRICS-Leaders-Dialog mit dem BRICS Business Council und der New Development Bank teilnehmen, einer von den BRICS-Staaten eingerichteten multilateralen Entwicklungsbank.

Angesichts zunehmender globaler Herausforderungen sollten die BRICS-Mitglieder gemeinsam den Multilateralismus aufrechterhalten und zusammenarbeiten, um die Demokratisierung der Regeln für die Global Governance voranzutreiben, damit die Bestrebungen der Schwellen- und Entwicklungsländer ausgewogener zum Ausdruck kommen, sagte Chinas Vizeaußenminister Ma Zhaoxu in einem Namensartikel, der am Montag in der People’s Daily veröffentlicht wurde.

Die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedern floriert in verschiedenen Bereichen kontinuierlich. Auf die BRICS-Länder entfielen BRICS im Jahr 2018 rund 23,5 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts und 16,3 Prozent des Welthandels.

Diese Gruppe der fünf großen Schwellenländer der Welt müsse auf der Weltbühne Gehör finden, um die Global Governance zu verbessern und eine gerechtere Weltordnung zu schaffen, sagte Georgy Toloraya, Exekutivdirektor des russischen Nationalen Komitees für BRICS-Forschung.

Mauricio Santoro, Professor für Politikwissenschaft an der Staatlichen Universität von Rio de Janeiro, sagte, BRICS sei wichtig für die internationale Politik, weil das Bündnis unter anderem eine Stimme für Multilateralismus und stabile Regeln sowie gegen Wirtschafts- und Handelsprotektionismus darstelle. „Die Herausforderung für die BRICS-Länder besteht darin, wie sie kooperieren, auf aktuelle Szenarien reagieren und sich an sich ändernde Umstände anpassen können“, sagte er.

Der Gipfel unter dem Motto „BRICS: Wirtschaftswachstum für eine innovative Zukunft“ bietet den Ländern die Möglichkeit, ihre Zusammenarbeit in den Bereichen wissenschaftliche und technologische Innovation, Finanzen und digitale Wirtschaft auszubauen.

Wang Lei, Direktor des Forschungszentrums für BRICS-Zusammenarbeit an der Beijing Normal University, sagte, die BRICS-Länder sollten die Gelegenheit der neuen Runde der industriellen und technologischen Revolution nutzen, um die innovationsgetriebene Entwicklung voranzutreiben.

Die Transformation des Global Governance-Systems biete sowohl Chancen als auch Herausforderungen für den BRICS-Kooperationsmechanismus, sagte er.

Yang Wanming, chinesischer Botschafter in Brasilien, sagte, die BRICS-Staaten dienten als Schlüsselmechanismus für die Zusammenarbeit, indem sie die Staats- und Regierungschefs zusammengebracht hätten, um in wichtigen Fragen einen Konsens zu erzielen. Der 11. BRICS-Gipfel in Brasilien werde den Beginn eines neuen „goldenen Jahrzehnts“ der Zusammenarbeit für Brasilien und die anderen Länder markieren.