Hongkong war am Montag Zeuge eines der beunruhigendsten Vorfälle inmitten der anhaltenden Proteste, die Mitte Juni ausgebrochen waren: ein Mann wurde von einem maskierten Radikalen angezündet.

Ein Mann, der sich am Montag in Hongkong mit Randalierern gestritten hat, wird mit brennbarer Flüssigkeit übergossen und in Brand gesteckt.

Wie in einem im Internet verbreiteten Video zu sehen ist, wurde die Kleidung des Mannes von einem radikalen Demonstranten angezündet, nachdem er mit einem Beschleuniger übergossen worden war, als er sich auf einer Fußgängerbrücke in Ma On Shan im Bezirk New Territories mit mehreren anderen Menschen stritt. Das Video zeigt, wie sich der Mann, der ein grünes Hemd trug, mit den Demonstranten stritt und ihnen sagte, sie seien alle Chinesen. Er erlitt schwere Verbrennungen und befindet sich in einem kritischen Zustand in einem Krankenhaus. Es wird angenommen, dass der Angreifer entkommen ist. Zuvor war der Mann im grünen Hemd gesehen worden, als er versuchte, einige Demonstranten daran zu hindern, die MTR-Station (U-Bahn) Ma On Shan zu zerstören. Ein weiteres Video zeigt diese Szenen.

Carrie Lam Cheng Yuet-ngor, Regierungschefin der Sonderverwaltungszone Hongkong, betonte am Montag, dass die Regierung der Sonderverwaltungszone der Gewalt der Randalierer nicht nachgeben und ihren Forderungen nicht nachkommen werde. Die Randalierer würden niemals Erfolg haben, machte sie klar.

„Wenn es immer noch den Wunsch gibt, dass die Regierung der Sonderverwaltungszone Hongkong durch eine Eskalation der Gewalt dem Druck nachgeben wird, und die sogenannten politischen Forderungen erfüllt, mache ich diese Aussage hier laut und deutlich - dies wird nicht geschehen." Sie machte die Bemerkung auf einer Pressekonferenz, nachdem die Unruhen in der Stadt am Montag Dutzende von Verletzungen unter den Bewohnern verursacht hatten. Lam bekräftigte, dass Gewalt keine Lösung für die gegenwärtigen Probleme in Hongkong bieten werde. Sie forderte alle Menschen in Hongkong dazu auf, ungeachtet ihrer politischen Ansichten zuzustimmen, dass die Priorität darin bestehe, die Gewalt zu stoppen und die Ruhe in der Stadt so schnell wie möglich wiederherzustellen.

In einer Pressekonferenz am Montagnachmittag bestätigte die Polizei den Angriff auf den Mann und nannte diesen „unmenschlich". Ein Polizeibeamter verurteilte den Anschlag aufs Schärfste und kritisierte den Verdächtigen dafür, „das Leben anderer zu missachten, um politisch Stellung zu beziehen". Die Polizei untersucht den Fall. Bis Montag um 18 Uhr sei noch niemand festgenommen worden, teilte die Polizei mit.

Der Angriff wurde auch von Prominenten verurteilt. Anwalt Kennedy Wong Ying-ho sagte, der Vorfall sei „absolut schockierend", weil der Radikale jemanden angriff, der nicht einmal einen physischen Konflikt mit ihm hatte. Er wies darauf hin, dass der Täter wegen versuchten Mordes angeklagt werden könne. Dies sei mit der Höchststrafe, lebenslange Haft, verbunden.

Lau Siu-kai, Vizepräsident der chinesischen Vereinigung für Hongkong- und Macao-Studien, erklärte gegenüber China Daily, dass der Vorfall gezeigt habe, dass die emotional motivierten Radikalen, die oft mit gefährlichen Gegenständen bewaffnet seien, eine große Gefahr für unbewaffnete Bürger darstellten. Lau forderte die Randalierer auf, mehr Respekt für die Sicherheit anderer zu zeigen, und forderte außerdem stärkere und wirksamere Maßnahmen der Behörden, um Gewalt zu unterdrücken und die öffentliche Sicherheit zu wahren.

Neue Runde der Gewalt

Hongkong erlitt am Montag eine neue Runde gewaltsamer Unruhen, als Demonstranten zahlreiche öffentliche Einrichtungen, U-Bahn-Stationen und Universitätsgelände angriffen und zerstörten. Sie haben nicht nur Feuer an der Hong Kong Polytechnic University Feuer gelegt, sondern auch Einrichtungen an der Hong Kong Baptist University zerstört, wo sie auf Geschäfte wie Pacific Coffee und eine Schulkantine der Restaurantkette Maxim's abzielten. Pacific Coffee gehört einer Gruppe auf dem Festland, und die älteste Tochter des Gründers von Maxim's hatte sich kürzlich gegen die Gewalt der Demonstranten ausgesprochen.

Am Montagmorgen wurden an der Kwai Fong Station zwei Benzinbomben in einen mit Passagieren voll besetzten Waggon geworfen. Die Demonstranten warfen auch Benzinbomben in die Tung Chung Station und legten Feuer in der Heng On Station. 25 MTR-Stationen mussten vorübergehend stillgelegt werden und mehrere U-Bahn-Linien mussten den Betrieb einstellen, teilte der Betreiber MTR Corp in einer Erklärung mit. Wegen des Chaos am Montag setzten fast alle Universitäten der Stadt den Unterricht aus.