China und Frankreich haben ein umfassendes Handelsabkommen geschlossen. Bei einem Besuch des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron in Beijing unterzeichneten beide Seiten am Mittwoch Verträge im Volumen von 15 Milliarden US-Dollar.

Chinas Staatspräsident Xi Jinping und seine Gattin Peng Liyuan zeigen dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron und dessen Ehefrau Brigitte den Tian’anmen-Platz, nachdem für die beiden Gäste eine Willkommenszeremonie in der Großen Halle des Volkes in Beijing gegeben wurde.

China und Frankreich haben am Mittwoch Handelsabkommen in Höhe von insgesamt 15,1 Milliarden US-Dollar unterzeichnet. Dabei geht es vor allem um die Bereiche Luftfahrt, Energie, Landwirtschaft und Finanzen. Beide Seiten gaben an, damit nicht nur die Zusammenarbeit intensivieren zu wollen, sondern auch gemeinsam den Multilateralismus und Freihandel zu schützen.

Chinas Staatspräsident Xi Jinping und sein französischer Kollege Emmanuel Macron wohnten in der Großen Halle des Volkes in Beijing der Unterzeichnung der Kooperationsdokumente bei. Macron kam bei seinem zweiten Staatsbesuch in China seit seinem Amtsantritt im Jahr 2017 auch zur Eröffnungsfeier der zweiten China International Import Expo in Shanghai.

Die beiden Länder haben auch eine Initiative vorgestellt, die ihre starke Unterstützung für das UN-Klimaabkommen von Paris bekräftigt, von dem die Vereinigten Staaten diese Woche ihren formellen Austrittsprozess eingeleitet haben. Xi sagte Macron, dass die beiden Staatsoberhäupter ein starkes Signal an die Welt gesandt hätten, um den Multilateralismus und den Freihandel aufrechtzuerhalten. Sie würden unter anderem zusammenarbeiten, um eine offene Weltwirtschaft zu errichten.

Als zwei ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrates sollten China und Frankreich mehr Verantwortung übernehmen, ihre Rolle als wichtige Länder wahrnehmen und das internationale System mit den Vereinten Nationen im Zentrum sowie der internationalen Ordnung auf der Grundlage des Völkerrechts, der Vereinten Nationen und dem multilateralen Handelsregime mit den Regeln der Welthandelsorganisation als Eckpfeiler schützen, sagte Xi.

Macron sagte, sein Land sei bereit, gemeinsam mit China die notwendigen WTO-Reformen voranzutreiben, damit frühzeitig Fortschritte erzielt werden können. Er hob hervor, wie wichtig es sei, die Zusammenarbeit zwischen China und der Europäischen Union in einer unsicheren Welt zu stärken, und betonte, Frankreich sei bereit, die Beziehungen zwischen der EU und China voranzutreiben, um die Verhandlungen über das Investitionsabkommen zwischen China und der EU zu intensivieren.

In diesem Jahr jährt sich die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den beiden Nationen zum 55. Mal. Beide Staats- und Regierungschefs gelobten, die chinesisch-französischen Beziehungen auf ein höheres Niveau zu heben.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Macron forderte Xi, das gegenseitige Vertrauen der Länder zu stärken und konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um ihren Verpflichtungen nachzukommen, die Souveränität, die Integrität des Territoriums, die Kerninteressen und die Hauptanliegen des jeweils anderen zu respektieren.

Beijing sei weiterhin bestrebt, die Zusammenarbeit mit Frankreich bei Großprojekten in den Bereichen Kernenergie, Luft- und Raumfahrt auszubauen, und ermutige chinesische Unternehmen, das Potenzial der Zusammenarbeit mit ihren französischen Partnern in Drittländern auszuschöpfen, sagte Xi.

Xi sagte, China sei bereit, mit Frankreich zusammenzuarbeiten, um den bilateralen Handel und wechselseitige Investitionen auszubauen und gemeinsam die Marktregeln und Fairplay-Grundsätze einzuhalten, und äußerte die Hoffnung, dass Frankreich keine diskriminierende Politik gegen China betreiben werde.

Die beiden Länder sollten zusammenarbeiten, um die Ausrichtung der Seidenstraßeninitiative auf die eurasische Konnektivitätsstrategie zu stärken und die Innovationszusammenarbeit zu vertiefen, um eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten und den Austausch und das gegenseitige Lernen zwischen der chinesischen und der französischen Kultur zu fördern, sagte Xi.

Der bilaterale Handel erreichte im Jahr 2018 einen Wert von 62,9 Milliarden US-Dollar und lag damit um 15,5 Prozent über dem Wert des Vorjahres, teilte das chinesische Handelsministerium mit. Frankreich investierte Ende letzten Jahres mehr als 17,5 Milliarden US-Dollar in mehr als 5.600 Projekte in China.

Bei der Abschlusszeremonie des Wirtschaftsforums China-Frankreich sprach Xi mit Wirtschaftsführern beider Länder darüber, dass die Entwicklung Chinas für französische und europäische Unternehmen gute Chancen biete. „China öffnet wie immer seine Türen für die Welt, und ich hoffe, Frankreich und Europa werden auch chinesischen Investoren ihre Türen öffnen und ihnen gleiche Wettbewerbsbedingungen bieten“, sagte er.

Xi und Macron unterzeichneten auch eine gemeinsame Erklärung zum Abschluss der Verhandlungen zwischen China und der Europäischen Union über ein Abkommen, das Produkte vor Missbrauch oder Nachahmung von eingetragenen Namen schützt und den Verbrauchern den wahren Ursprung des Produkts garantiert. Die Vereinbarung wird voraussichtlich zu gegenseitigen Handelsvorteilen und zu einer Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Produkten auf beiden Seiten führen.

Ebenfalls am Mittwoch traf sich Ministerpräsident Li Keqiang mit Macron und forderte eine Stärkung der bilateralen wirtschaftlichen Zusammenarbeit sowie eine strategische Koordinierung in internationalen Angelegenheiten.