Die Verbraucherpreise in China sind im vergangenen Monat um 2,8 Prozent gestiegen. Analysten führen dies vor allem auf die deutlich höheren Preise für Schweinefleisch aufgrund der Afrikanischen Schweinepest zurück.

Ein Blick auf einen Metzgerstand in Wuxi, Provinz Jiangsu

Chinas Verbraucherpreisindex, der Hauptindikator für die Inflation, ist im August gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Prozent gestiegen, teilte das Nationale Statistikbüro am Dienstag mit. Analysten zufolge dürfte der Index in den kommenden Monaten weiter zulegen, der Durchschnittswert für das gesamte Jahr soll jedoch weiterhin niedrig bleiben.

Der Erzeugerpreisindex, der die Kosten der Waren ab Werk misst, ist im August um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken, was hauptsächlich auf die hohe Vergleichsbasis des Vorjahres zurückzuführen ist.

Der relativ hohe Wert wird hauptsächlich durch die Lebensmittelpreise verursacht, die im Vergleich zum Vormonat um 10 Prozent gestiegen sind (nach 9,1 Prozent im Juli), während die Preise für Nichtlebensmittel um 1,1 Prozent gestiegen sind (0,2 Prozentpunkte weniger als im Juli).

Aufgrund des reduzierten Angebots infolge der Afrikanischen Schweinepest stiegen die Schweinefleischpreise im August gegenüber dem Vorjahr um 46,7 Prozent, verglichen mit 27 Prozent im Juli, und trugen 1,08 Prozentpunkte zum Gesamtwachstum des Verbraucherpreisindexes (VPI) bei.

Die Obstpreise stiegen im August gegenüber dem Vorjahr um 24 Prozent und trugen 0,39 Prozentpunkte zum Anstieg des Gesamt-VPI bei.

Laut einer Studie von Huatai Securities bleibt die derzeitige Inflationsrate jedoch eher niedrig. „Die Schweinefleischpreise sind in letzter Zeit stark gestiegen, aber der Preisanstieg bei anderen Positionen ist nicht signifikant und der allgemeine Inflationsdruck bleibt kontrollierbar“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Es wird erwartet, dass die Schweinefleischpreise in den kommenden Monaten weiter steigen. Wenn die Lebensmittelpreise nicht wieder deutlich fallen, könnte der Verbraucherpreisindex bereits im September drei Prozent erreichen, sagte Deng Haiqing, Wirtschaftswissenschaftler und Gastprofessor an der chinesischen Renmin-Universität.

China hat sich für dieses Jahr ein Inflationsziel von drei Prozent gesetzt. Aber selbst wenn im September drei Prozent erreicht werden, wäre der Durchschnittswert für das ganze Jahr immer noch niedriger, was auf die niedrigeren Werte in den Vormonaten zurückzuführen sei, erklärten Analysten. Darüber hinaus bleibe die Kerninflation, die stark volatile Energie- und Nahrungsmittelpreise ausschließt, auf niedrigem Niveau stabil, was es den Behörden nahezu unmöglich mache, die Geldpolitik zu straffen.

Deng fügte hinzu, dass der fallende Erzeugerpreisindex im August keinen wirtschaftlichen Abschwung andeute, da er durch die hohe Vergleichsbasis verursacht werde. Diese war von Mai bis Oktober letzten Jahres relativ hoch, was die PPI-Werte für die entsprechenden Monate in diesem Jahr verschlechtert hat. Ab November soll dieser Basiseffekt auslaufen, sagte er.

Am Freitag senkte die chinesische Zentralbank (People’s Bank of China) den Mindestreservesatz der Banken, um dem Markt Liquidität durch eine Erhöhung der Kreditvergabe zuzuführen. Analysten erwarten im Allgemeinen, dass in der kommenden Woche die Leitzinsen gesenkt werden, um die Kreditkosten für die Unternehmen zu verringern.