Der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel riefen bei einem Treffen mit Vertretern des deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeirats am Freitag in Beijing gemeinsam zu Multilateralismus auf und erklärten sich bereit, die bilaterale Zusammenarbeit zu stärken.

Aufruf zum Multilateralismus

Premier Li betonte, dass die Stärkung der Welt, ein Ort des Friedens und der Stabilität sowie das Wohlergehen der Menschen in allen Ländern das Festhalten an Multilateralismus, Freihandel und mehr Öffnung erfordern würden.In Bezug auf den Marktzugang hoffte Li, dass Deutschland ein nichtdiskriminierendes Umfeld für chinesische Unternehmen schaffen könne, um in Deutschland zu investieren und die Exportbeschränkungen für Hightech-Produkte zu lockern. Er hoffte auch, dass beide Seiten ihre Differenzen in Übereinstimmung mit den Marktregeln lösen könnten.

Merkel erklärte sich bereit, gemeinsam den Multilateralismus und den Freihandel mit China aufrechtzuerhalten und die internationalen Standards für aufstrebende Wirtschaftsbereiche wie autonomes Fahren und künstliche Intelligenz zu erörtern.

Deutschland begrüßt chinesische Unternehmen in Deutschland und wird laut Merkel versuchen, die Verhandlungen über das bilaterale Investitionsabkommen zwischen China und der Europäischen Union (BIT) während der Rotation der deutschen EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 voranzutreiben.

Weitere bilaterale Zusammenarbeit

Ministerpräsident Li wies auch darauf hin, dass die Zahl der chinesischen und deutschen Unternehmer bei dieser Veranstaltung die größte war, was darauf hindeute, dass sich die Beziehungen zwischen China und Deutschland vertiefen und fruchtbare Ergebnisse bringen.

Sowohl die chinesische als auch die deutsche Regierung treiben die bilaterale wirtschaftliche und handelspolitische Zusammenarbeit aufrichtig voran. Beide Länder würden die Vorschläge und Ratschläge der Vertreter des Symposiums sorgfältig aufgreifen und sie auf respektvolle und gleichberechtigte Weise in die Praxis umsetzen, fügte Li hinzu.

Er sagte auch, dass China seine Öffnung weiter ausdehne, wobei das verarbeitende Gewerbe vollständig geöffnet und der Finanz- und Dienstleistungssektor weiter geöffnet werde und eine Menge deutscher Unternehmen zu den ersten Nutznießern geworden seien.

Deutsche Unternehmen sind herzlich eingeladen, die einmalige Gelegenheit zu nutzen, um ihre Investitionen in China zu erhöhen und internationale Partnerschaften für technologische Innovation und neue Technologiestandards zu fördern.

Der Ministerpräsident betonte, dass China als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt die Rechte des geistigen Eigentums streng schützen werde, um ein marktorientiertes und gesetzesbasiertes Geschäftsumfeld für chinesische und alle ausländischen Unternehmen, einschließlich deutscher, zu schaffen.

Vertreter chinesischer Unternehmen wie State Power Investment Corp, Huawei, CATL und deutscher Unternehmen wie BASF, Wacker Chemie und Volkswagen waren auf dem Symposium vertreten und tauschten sich über Themen wie erneuerbare Energien, 5G, autonomes Fahren und digitale Wirtschaft aus.

Die beiden Regierungschefs hörten den Diskussionen zu und gaben ihre Antworten.