Freundschaftliche Beziehungen zwischen China und Japan dienten den Interessen der beiden Staaten und der ganzen Region, so der Kommentar von Experten zur Wiederaufnahme der strategischen Gespräche zwischen Beijing und Tokyo nach siebenjähriger Unterbrechung.

Am Samstag hat im Urlaubsort Karuizawa in der japanischen Präfektur Nagano ein strategischer Dialog zwischen dem chinesischen Vizeaußenminister Le Yucheng und seinem japanischen Amtskollegen Takeo Akiba stattgefunden.

Die Begegnung wurde als offener Austausch über bilaterale und regionale Fragen beschrieben. Die beiden Gesprächspartner wollten die Umsetzung des zwischen Staatspräsident Xi Jinping und dem japanischen Ministerpräsident Shinzo Abe beim Gipfeltreffen der G20 im Juni in Osaka erzielten Konsens voranbringen, heißt in einer vom Außenministerium nach dem Treffen veröffentlichten Stellungnahme.

"Sowohl China wie auch Japan setzen sich für den Aufbau von Beziehungen ein, die den Anforderungen des neuen Zeitalters entsprechen."

Die Wiederaufnahme des chinesisch-japanischen strategischen Dialogs sei ein deutliches Zeichen dafür, dass Beijing und Tokyo ihren bilateralen Beziehungen neuen Schwung verliehen und sie auf das richtige Gleis gesetzt hätten, sagt Lu Hao, Forscher am Institut für Japanstudien an der der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften.

Offizielle Begegnungen und Kommunikationsmechanismen waren seit der Trübung der bilateralen Beziehungen aufgrund des Streits um die Diaoyu-Inseln im Ostchinesischen Meer eingestellt worden.

Lu ist der Auffassung, dass der strategische Dialogmechanismus für die beiden Nachbarn eine zentrale Rolle spiele, vor allem deshalb, weil beide vor noch nie dagewesenen Herausforderungen in einer sich rasch wandelnden Welt stünden.

"Der Dialog konzentriert sich nicht nur auf die Verbesserung der bilateralen Beziehungen, sondern berührt auch eine Reihe bedeutender regionaler und internationaler Fragen von allgemeinem Interesse," sagt Lu und fügt hinzu, dass der Aufbau gegenseitigen Verständnisses und einer verbesserten Kooperation zwischen China und Japan, der Welt zweit- und drittgrößter Volkswirtschaften, dabei helfe, Stabilität und Wohlstand der Region zu fördern.

Am Freitag sagte Le bei seinem Treffen mit dem japanischen Außenminister Taro Kono, dass China und Japan den Elan nutzen sollten, der durch die verbesserten Beziehungen zustandegekommen sei, um die kurzfristigen Ziele ausbauen und die langfristigen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.

Kono beschrieb das Treffen zwischen Xi und Abe in Osaka als fruchtbar. Er gehe davon aus, das Xi im nächsten Frühjahr Japan einen Staatsbesuch abstatten werde. Sein Land sei bereit, mit China auf verschiedenen Gebieten zusammenzuarbeiten und gemeinsam Schulter an Schulter die globalen Herausforderungen anzunehmen".

Zhou Yongsheng, Professor und stellvertretender Direktor des Zentrums für Japanstudien an der China Foreign Affairs University, meint: "Da die chinesisch-japanischen Beziehungen in den letzten Jahren enger geworden sind, sollten beide Seiten die Gunst der Stunde nutzen und eine neue Beziehung im Zeichen des Wechsels von Konkurrenz zu Kooperation unter der Anleitung der Mechanismen eines strategischen Dialogs aufbauen. Die Förderung der chinesisch-japanischen Beziehungen werden dem Frieden und dem Wohlstand Asiens zugute kommen und die Weltordnung verbessern."