Die Hongkonger Tourismusindustrie und Politiker äußerten ihre Verärgerung über die von den USA ausgesprochene Reisewarnung nach Hongkong.

Lam Chi-ting, Generalsekretär der Gewerkschaftsföderation für Tourismus in Hongkong – des Zweigs der Tourismusbranche der größten Gewerkschaft der Stadt, sagte, der heuchlerische Schachzug der USA bestehe darin, die Tourismusbranche in Hongkong, die einer der größten Wirtschaftszweige in Hongkong ist, zu treffen und die Entwicklung Chinas weiter zu hemmen. Der Tourismus sei ein fragiler Wirtschaftszweig, der leicht von externen Faktoren wie der sozialen Instabilität beeinflusst wird. Da mehr als 800.000 Mitarbeiter in der Tourismus- und Einzelhandelsbranche beschäftigt seien, würden die betroffenen Sektoren bei einem Zusammenbruch der Tourismusbranche in Hongkong beeinträchtigt, was der gesamten Wirtschaft in Hongkong schaden würde, sagte Lam. Obwohl der Marktanteil westlicher Touristen nur weniger als 10 Prozent des Hongkonger Tourismusmarktes ausmache, werde die Reisewarnung der USA für Hongkong die weltweite Stimmung bei einer Reise in die Stadt dämpfen, und andere westliche Länder könnten der Maßnahme folgen.

Im Juli, ungefähr einen Monat nach der Eskalation der Proteste, ist die Zahl der Reisegruppen nach Hongkong inmitten der gewaltsamen Zusammenstöße und Massenkundgebungen der Stadt eingebrochen. Laut Lam sind die Reisen vom chinesischen Festland, auf die 70 bis 80 Prozent des Hongkonger Tourismusmarktanteils entfallen, um 40 Prozent zurückgegangen. Seit Juli ist die Zahl der Reisegruppen aus Südostasien um 80 bis 90 Prozent eingebrochen. Laut Ricky Tse Kam-ting, Gründungspräsident des Verbandes der Reiseunternehmen nach Hongkong, werden im August lediglich rund 400 Touristen aus Südostasien nach Hongkong reisen und im September keine neu gebuchten Reisegruppen erwartet. Tse fügte hinzu, dass es Mitarbeiter von Reisebüros gibt, die im August ihren Jahresurlaub beantragen, und eine Reihe von Mitarbeitern erwägen, unbezahlten Urlaub zu nehmen.

Laut Michael Li Hon-shing, Geschäftsführer des Verbandes der Hotelbesitzerin Hongkong, dürften die Massenproteste und gewaltsamen Unruhen die Auslastung der Hotels in Hongkong im Juli und August um 3 bis 4 Prozentpunkte senken. Die Einzelhandelsumsätze in Hongkong gingen im Juni im Vergleich zum Vorjahr um 6,7 Prozent zurück und fielen im fünften Monat in Folge nach den Massenkundgebungen und gewaltsamen Zusammenstöße in der Stadt, die die Konsumentenstimmung beeinträchtigt haben.

Lau Siu-kai, Vizepräsident der führenden Denkfabrik über Hongkong-Angelegenheiten, nämlich der Chinesischen Vereinigung für Hongkong- und Macao-Studien, glaubt, die neue Maßnahme der Vereinigten Staaten sei ein wesentlicher Teil ihrer Absicht, China durch eine Destabilisierung Hongkongs einzudämmen. Der neue Reisehinweis der USA wird der Wirtschaft Hongkongs einen weiteren schweren Schlag versetzen, die bereits durch das jüngste Chaos, bei dem auch die USA eine Rolle gespielt haben, erheblich beeinträchtigt wurde. Der mutige Chan Yung, Hongkonger Abgeordneter des Nationalen Volkskongresses, der obersten Legislative des Landes, entkräftete die "böse" Agenda der USA der Untergrabung der Stabilität Hongkongs für ihre eigenen Interessen. Laut Presseberichten und historischen Aufzeichnungen steckten die USA hinter den jüngsten Unruhen in Hongkong und vielen anderen "Farbrevolutionen", sagte Chan.