Am Freitagmorgen flog eine Gruppe von 94 Verdächtigten in Begleitung der chinesischen Polizei von Spanien nach Beijing. Dies ist das erste Mal, dass in diesem Umfang Verdächtigte im Fall von Telekommunikationsbetrug von Europa nach China geholt ausgeliefert werden.

Alle 94 stammen aus der südchinesischen Provinz Taiwan und seien Teil der insgesamt 237 Verdächtigten, die in Spanien während einer dreijährigen gemeinsamen Operation gegen grenzüberschreitenden Telekommunikationsbetrug festgenommen wurden, wie das Ministerium für Öffentliche Sicherheit in einer Pressemitteilung erklärte. Insgesamt seien dabei 225 Verdächtigte an die chinesische Polizei übergeben worden, 218 davon seien aus Taiwan.

Die Operation begann 2016 und basierte auf Hinweisen aus ursprünglichen Investigationen in einige schwerwiegende Telekommunikationsbetrugsfälle in China. Jeder einzelne Fall wies ein finanzielles Volumen von mindestens 10 Millionen Yuan (1,45 Millionen US-Dollar) auf.

Am 13. Dezember führten die chinesische und spanische Polizei an 13 Orten in Spanien gemeinsame Razzien durch, bei denen sie viele Beweise finden und Verdächtigte festnehmen konnten. In diesen Fällen ging es um 120 Millionen Yuan (17,4 Millionen US-Dollar). Im Januar 2017 reichte China einen Auslieferungsantrag für die Verdächtigten aus der gemeinsamen Operation ein, dem ein spanisches Gericht nach zweijährigen Anhörungen schließlich zustimmte.

Laut Chinas Ministerium war dies die erste gemeinsame Operation zwischen China und einem europäischen Land gegen Telekommunikationsbetrug und gleichzeitig für China der größte sowie erfolgreichste Fall einer internationalen Operation gegen Telekommunikationsbetrug.

„Die gemeinsame Operation zeigte den Willen und das Selbstvertrauen der Polizeieinheiten der beiden Länder in der Bekämpfung von Kriminalität und dem Schutz von Leben und Besitztümern der Menschen“, hieß es in der Mitteilung. Das Ministerium kündigte an, die internationale Zusammenarbeit auszubauen und weiter gegen Telekommunikationsbetrug vorzugehen.