Die Zahl der chinesischen Leser und die Gesamtdauer, die Chinesen mit Lesen verbringen, haben im Jahr 2018 deutlich zugenommen. Das geht aus einem neuen Bericht des chinesischen E-Commerce-Riesen Alibaba hervor. Grund dafür ist das gestiegene Leseinteresse der jüngeren Generation.

Eine Frau liest am 31. März 2018 in einem Buchladen in Chengdu.

Der Bericht, der auf Daten von Alibabas Plattformen basiert, einschließlich der E-Commerce-Plattformen Tmall und Taobao, der Flohmarktplattform Xianyu und der Internet-Literaturplattform Alibaba Literature, führte den Anstieg auf einfache und bequeme Wege zum Bücherkauf und die Beliebtheit von E-Books zurück.

Dem Bericht zufolge stieg die Zahl der chinesischen Leser im Jahr 2018 um fast 30 Millionen. Die meisten davon sind Personen, die in den 1990er und 2000er Jahren geboren wurden. Diejenigen, die auf den Plattformen von Alibaba Bücher gekauft oder gelesen haben, haben im Durchschnitt im Vergleich zum Jahr 2017 ein weiteres Buch gelesen und 5,5 gedruckte Bücher gekauft.

Der Bericht bot auch Einblicke in die Lesegewohnheiten der chinesischen Leser. Im Vergleich zu älteren Chinesen bevorzugen junge Chinesen, die in den 1990er und 2000er Jahren geboren wurden, E-Books gegenüber gedruckten Büchern, hieß es in dem Bericht. Fast die Hälfte (46 Prozent) der E-Book-Leser sind Personen, die in den 1990er Jahren geboren wurden. Personen im Alter von 18 bis 34 Jahren betragen mehr als 60 Prozent der Nutzer der E-Reading-App von Tmall. Die Spitzenzeit für das Lesen von Büchern auf Handys ist von 21.00 bis 23.00 Uhr, hieß es in dem Bericht.

Chinesen zeigen unterschiedliche Lesevorlieben für Inhalte bei digitalen und traditionellen Formaten. Belletristik, Erfolgsliteratur und Bücher der Sozial- und Geisteswissenschaften sind die beliebtesten Buchgenres für das E-Lesen. Kinderliteratur, Lehrbücher und ergänzende Materialien, Bilderbücher, Zeitschriften und Zeitungen lesen Chinesen eher in traditionellen gedruckten Formaten.

Die Provinzen und Gemeinden in Küstengebieten haben die unersättlichsten Leser Chinas, hieß es in dem Bericht. Die Provinz Guangdong, deren Einwohner 11,5 Prozent der Leser des Landes ausmachen, lag beim Lesen und Kaufen an der Spitze, gefolgt von den Provinzen Jiangsu (8,4 Prozent) und Zhejiang (7,2 Prozent).

Im Jahr 2018 gab es auch einen Boom bei Verkäufen, Tauschgeschäften oder Verschenken von gebrauchten Büchern, so der Bericht. Daten von Xianyu zeigten, dass die Einwohner von Guangdong im vergangenen Jahr durchschnittlich 1,59 Bücher pro Person handelten oder verschenkten – die meisten in China – gefolgt von den Einwohnern Shanghais mit 1,11 Büchern und Beijings mit 1,08 Büchern.