China unterhält im afrikanischen Dschibuti einen Militärstützpunkt. Bald könnte das Land in Übersee weitere Stützpunkte eröffnen, sagte ein hochrangiger Marinevertreter. Dies hänge jedoch von den Erfordernissen der Vereinten Nationen und der Zustimmung des betreffenden Staates ab.

Flaggenzeremonie bei der Eröffnung der chinesischen Logistikbasis in Dschibuti am Horn von Afrika am 1. August 2017, Foto: VCG.

China zieht die Einrichtung neuer Militärstützpunkte im Ausland in Betracht. Es komme jedoch auf die konkreten Erfordernisse an, sagte Generalleutnant He Lei, der ehemalige Vizepräsident der Akademie für militärische Wissenschaften der Volksbefreiungsarmee (PLA), auf einer Pressekonferenz am Mittwoch in Beijing.

„Dies hängt in erster Linie davon ab, ob ein neuer Stützpunkt benötigt wird, damit China seine Missionen der Vereinten Nationen besser erfüllen kann“, erklärte er. „Zweitens hängt es von der Zustimmung desjenigen Landes ab, in welchem eine neue Basis errichtet werden soll.“ Unter diesen beiden Bedingungen sei es möglich, dass China neue Stützpunkte im Ausland eröffnet, so der Offizier.

Die Hauptaufgabe einer chinesischen Basis in Übersee sei die logistische Unterstützung chinesischer Einheiten und nicht die Stationierung von Streitkräften in anderen Ländern. Daher sollte dieser Schritt nicht überinterpretiert werden. Derzeit unterhält das chinesische Militär eine Niederlassung in Übersee, die Dschibuti Logistics Support Base. Sie wurde im August 2017 in Betrieb genommen.

Der Stützpunkt in Dschibuti hat die Aufgabe, die Flotte sowie friedenserhaltende und humanitäre Missionen des chinesischen Militärs in Afrika und Westasien zu unterstützen, damit das Land die Sicherheit internationaler strategischer Schiffspassagen gemeinsam mit anderen Ländern besser schützen kann, sagte die Marine der PLA.

Dadurch sollen auch Chinas Fähigkeiten bei der internationalen militärischen Zusammenarbeit, gemeinsame Übungen, Notevakuierungen und Rettungsaktionen in Übersee verbessert werden, so die Marine.

Neben China unterhalten auch die Vereinigten Staaten, Frankreich, Deutschland, Italien und Japan Militärstützpunkte in Dschibuti. Zhang Junshe, ein hochrangiger Forscher der PLA Naval Research Academy, sagte am Mittwoch bei der Pressekonferenz, die Basis in Dschibuti sei hilfreich für die von der UN angeforderte Begleitmission der chinesischen Marine.

„Eine Basis in Übersee kann die Schiffe bequem mit frischen Lebensmitteln und Treibstoff versorgen. Sie erleichtert auch die logistische Arbeit. Früher, als wir noch keinen Stützpunkt hatten, musste unsere Marine die Komponenten für die Schiffswartung aus China liefern lassen. Für unsere Seeleute war es nicht leicht, sich auszuruhen“, sagte er.

In Bezug auf Chinas Pläne zur Flugzeugträgerflotte meinte Zhang, sein Land benötige mindestens drei Flugzeugträger und werde seine Flotte entsprechend seinen Planungen schrittweise ausbauen. Chinas Marine verfügt momentan über einen Träger und testet einen zweiten, der bald in Betrieb genommen werden soll. Berichten zufolge befindet sich ein dritter, größerer Flugzeugträger im Bau.