Die beliebte Live-Cam der Riesenpandas im Smithsonian National Zoo wurde vergangenen Mittwoch vor dem Hintergrund des Shutdowns in den USA abgeschaltet.

Riesenpanda Beibei an seinem Geburtstag im Smithsonian National Zoo in Washington D.C. (Foto vom 22. August 2017).

Die beliebte Live-Cam der Riesenpandas im Smithsonian National Zoo wurde vergangenen Mittwoch vor dem Hintergrund des Shutdowns in den USA abgeschaltet. Das Smithsonian National Zoo & Conservation Biology Institute konnte die ersten elf Tage nach dem Shutdown, der am 22. Dezember 2018 begonnen hat, geöffnet bleiben, musste aber am Dienstag, dem 1. Januar, nach Aufbrauchen der Mittel aus dem Vorjahr geschlossen werden, weil der Kongress und das Weiße Haus keine Finanzierungsvereinbarung treffen können. Die beliebte Riesenpanda-Kamera ist seit dem folgenden Tag, dem Mittwoch, aus. Die offizielle Erklärung des Zoos lautete: „Der Smithsonian National Zoo ist wegen des Shutdowns geschlossen. Die Live-Tierkameras des Zoos benötigen Regierungsressourcen, hauptsächlich Personal, um zu laufen und zu senden. Die Kameras werden als nicht essenziell betrachtet und werden erst dann wieder live senden, wenn die Regierung wieder öffnet.“

Die weniger nachgefragten Streams wurden ebenfalls abgeschaltet, aber die Riesenpanda-Cam ist seit langem ein Favorit. Als zum Beispiel das Riesenpandaweibchen Mei Xiang 2015 zwei Panda-Jungen zur Welt brachte, schalteten fast eine Million Panda-Fans den Stream ein. Schade ist, dass Panda-Fans die Live-Übertragung rund um die Uhr über die Riesenpandas Tian Tian, Mei Xiang und Bei Bei, wie sie Bambus fressen, auf Bäumen spielen und sich im Gras kullern, so lange nicht sehen können, bis ein Deal zur Beendigung des Shutdowns erzielt wird. Das mag wie eine Kleinigkeit erscheinen. Aber für einige ist die Abschaltung der Kameras unerträglich, und sie fordern ein Ende des Shutdowns, damit sie weiter die Pandas beobachten können. Einige Leute haben es sogar als einen Schritt zu weit bezeichnet und sind empört über die US-Regierung, weil sie nicht in der Lage ist, ihre Arbeit zu erledigen und einen Deal zu erzielen.

Der Shutdown ist eine innere Angelegenheit, insofern ist es kein wirkliches Anliegen der Chinesen. Aber die Abschaltung der Panda-Cam hat in China und in anderen Ländern viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die Situation hat auch zu Gelächter geführt. Auf der englischsprachigen Website von People´s Daily Online scherzte ein Leser, dass China am besten einen Wächter zur Sicherheit der Pandas schickt und live streamt. Ein anderer Leser fragte sich, ob die Riesenpandas womöglich wegen "Spionage" inhaftiert werden und, falls ja, zu einem Geheimgefängnis der CIA gebracht werden, weil sie sich durch die Intelligenz der Pandas bedroht fühlen könnte. Einige gingen sogar noch weiter und scherzten, dass die US-Regierung die Gelegenheit nutzen könnte, um Abfall von den Pandas wegen angeblichen "Technologiediebstahls" zu durchsuchen.

Solche Kommentare sind natürlich nur ein Witz. Für viele Amerikaner im Alltag, die derzeit noch nicht einmal eine Heiratserlaubnis beantragen können, ist der anhaltende Shutdown nichts zum Lachen. Wie die alarmierende Situation zeigt, hat der Shutdown tatsächlich Auswirkungen auf den Alltag der Amerikaner, die mitten in einem politischen Spiel zwischen dem Kongress und dem Weißen Haus stecken.