Analysten im In- und Ausland sind sich darin einig, dass die Geldpolitik der chinesischen Zentralbank deutlich die Entschlossenheit zeige, auch weiterhin eine makroökonomische Politik der Flexibilität, Offenheit und Inklusivität zu betreiben, um so ein qualitativ hochwertiges Wachstum zu garantieren.

Die Geldpolitik des Landes müsse auf flexible und zurückhaltende Weise eine Feinabstimmung vornehmen, um den sich verändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und dem Druck der Konjunkturzyklen zu begegnen, schreibt Zentralbankdirektor Yi Gang in einem Artikel seiner Hauspostille China Finance vom Montag.

Wenn die Wirtschaft überhitzt sei oder es zur Blasenbildung auf dem Anlagenmarkt komme, sollten geeignete Instrumente ergriffen werden, um nach und nach potenzielle Risiken zu vermindern und eine "weiche Landung" einzuleiten.

Angesichts einer Verlangsamung der wirtschaftlichen Entwicklung oder im Falle äußerer Schocks sollte die Geldpolitik sofort reagieren, um die Finanzmärkte zu stabilisieren und das Vertrauen der Öffentlichkeit zu stärken.

"Die Stabilität der Wirtschaft und des Geldes zu erhalten, ist das wichtige Ziel" der Geldpolitik, sagt Yi, der zugleich dafür plädiert, kontinuierlich die Reform des Finanzmarktes fortzusetzen und ihn für ausländische Investoren weiter zu öffnen.

Nach Ansicht von Experten ist die Äußerung Yis ein neuerliches Bekenntnis der Makroökonomen Chinas zur goldenen Regel von Öffnung und Stabilität.

Laut Agustín Carstens, General Manager der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), befinde sich China angesichts großer Devisenreserven, eines stabilen politischen Rahmenwerks und des Bemühens um Schuldenabbaus in einer guten Position, um eventuell aufkommenden Währungsstürmen begegnen zu können.

Carstens ist der Auffassung, dass China diesen positiven Trend beibehalten sollte, denn das Land sei der Motor weltweiten Wirtschaftswachstums und gebe der Weltwirtschaft enormen Rückhalt. Er rief die Verantwortlichen zu erhöhter Aufmerksamkeit auf, um darauf vorbereitet zu sein, jederzeit auf globale Verwerfungen reagieren zu können.

Yi spricht sich für eine "unausgesetzte Öffnung" aus. Die Öffnungspolitik habe Reformen auf dem Finanzsektor erleichtert, darunter auch die Aufnahme des Yuan in die 1969 vom Internationalen Währungsfonds (IWF) geschaffene künstliche Währung mit Namen Sonderziehungsrecht (SZR).

Die Grundhaltung der chinesischen Geldpolitik und deren Bemühen um eine Öffnung sei es, sicherzustellen, dass Finanzdienstleistungen keine plötzlichen Verwerfungen erfahren mögen und systemische finanzielle Risiken entschärft würden, so Y in seinem Beitrag.

Die Staatliche Devisenverwaltung sagte am Dienstag, dass Reformen eine Öffnung des Devisenmarktes fördern und nach und nach eine Konvertibilität der Währung herstellen. China werde internationalen Investoren einen breiteren Markt bieten und deren Rechte schützen, sagte die Sprecherin der Behörde, Wang Chunying.

"In absehbarer Zukunft zeigen sich trotz eines komplizierten Umfeldes und bestehender Unwägbarkeiten positive Faktoren, die eine weitere Öffnung und Marktorientiertheit unterstützen," sagte Wang.

Am Dienstag erlangte der Yuan angesichts anhaltender Dollarschwäche seinen höchsten Kurs seit mehr als zwei Monaten. Im Onshore-Handel schloss der Yuan bei 6,8401 RMB gegenüber dem Dollar um 0,7 Prozent höher als am Montag. Der Leitkurs lag am Dienstag bei 6,8939 RMB gegenüber dem Dollar. Dies ist der Höchstwert seit dem 28. September und die sprunghafteste Veränderung seit 1. Juni 2017.