Nach Monaten des Zolltarifstreits sehen China und die Vereinigten Staaten nach dem Treffen ihrer beiden Präsidenten Anzeichen eines positiven Wandels in ihren Wirtschaftsbeziehungen.

Auf ihrem Arbeitsessen vom Samstag hätten Chinas Staatspräsident Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump bedeutende Übereinstimmungen gefunden, sagte der chinesische Staatskommissar und Außenminister Wang Yi auf einer Pressekonferenz nach Abschluss des G20-Gipfels in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires über das Treffen Xi-Trump.

Wang sagte, dass beide Staatschefs darin übereinstimmten, “in angemessener Zeit” zu weiteren Gesprächen zusammenzukommen, die Verhandlungen aufrechtzuerhalten und auf neue Zollerhebungen verzichten zu wollen.

Im Zeichen einer drohenden Abwärtsentwicklung der Weltwirtschaft kehren Analysten hervor, dass das erzielte Übereinkommen sehr wichtig sei, um die Ängste der Märkte hinsichtlich einer Eskalation im Zollstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt zu zerstreuen.

In seiner Ansprache auf dem G20-Gipfel sagte Xi, dass sich die Anzahl von neuen Handelsbeschränkungen, welche die G20-Staaten untereinander verhängt hätten, sich im Laufe der letzten sechs Monate verdoppelt hätte. Dies könnte zur Folge haben, dass die Wachstumsrate des Welthandels im Jahre 2018 um 0,3 Prozent schrumpfen würde.

"Wir sollten an Öffnung und Zusammenarbeit festhalten und das multilaterale Handelssystem stärken," sagte Xi und hob die Win-Win-Kooperation zur Förderung einer inklusiven, weltumfassenden Entwicklung hervor.

China habe konkrete Schritte zur Öffnung des Dienstleistungsbereichs und des Finanzsektors unternommen, und den Prozess der Öffnung auf dem Gebiet der Telekommunikation, der Bildung, der medizinischen Versorgung und der Kultur beschleunigt.

Im letzten Monat sei erfolgreich die 1. China International Import Expo (CIIE) über die Bühne gegangen, was in der internationalen Gemeinschaft großen Anklang gefunden habe. Künftig werde die CIIE jedes Jahr als Zeichen der weiteren Marktöffnung China stattfinden. Der Gesamtwert der Waren- und Dienstleistungsimporte werde in den nächsten fünfzehn Jahren 30 beziehungsweise 10 Billionen US-Dollar übersteigen.

Außerdem habe China Maßnahmen zur Schaffung eines erstklassigen Geschäftsklimas geschaffen und die internationale Zusammenarbeit auf multi- und bilateraler Ebene vorangetrieben. Im letzten Bericht der Weltbank sei China hinsichtlich des allgemeinen Geschäftsklimas im Vergleich zum Vorjahr um 32 Plätze nach oben gerückt.

China hoffe, so Xi, dass alle Länder zusammenstehen für ein freies, offenes, inklusives und geordnetes internationales Wirtschaftsklima.

Liang Ming, Wissenschaftler an der Chinesischen Akademie für Internationalen Handel und Wirtschaftskooperation, sagt, dass der 1. Dezember für China und die USA ein "wichtiger Tag" gewesen sei, und beide Länder den "ersten Schritt" seit Monaten hin zur Wiedererlangung einer gesunden Beziehung gesetzt hätten.

"China und die USA verfügen über ein großes Potenzial im bilateralen Handel. Gegenwärtig ist China der drittgrößtes Exportmarkt der Vereinigten Staaten. China könnte zum größten Exportmarkt der Amerikaner werden, wenn die Handelsmöglichkeiten im Bereich Agrarprodukte und Energierohstoffe voll ausgeschöpft würden," so Liang. "Das Treffen vom 1. Dezember ist nicht das Ende der Geschichte, es ist ein Neubeginn."