Auf dem G20-Gipfel in Buenos Aires hat Chinas Staatspräsident Xi Jinping eine Stärkung des Multilateralismus gefordert. Die Staatengemeinschaft solle sich weiter für Offenheit und Kooperation einsetzen. Eine Haltung, der sich Experten anschlossen.

Der 13. G20-Gipfel am 30. November 2018 im argentinischen Buenos Aires. Chinas Staatspräsident Xi Jinping hielt auf der Eröffnungssitzung eine Rede mit dem Titel „Über den Horizont hinausschauen und die Weltwirtschaft in die richtige Richtung steuern“, Foto: Xinhua.

Die Rede des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping auf dem G20-Gipfel in Buenos Aires ist von verschiedenen Experten positiv aufgenommen worden. Darin forderte Xi angesichts des wachsenden Unilateralismus und Protektionismus eine Stärkung des Multilateralismus, der globalen Zusammenarbeit und des freien Handels. Die Länder der G20 sollten sich weiterhin für Offenheit und Zusammenarbeit engagieren, das multilaterale Handelssystem aufrechterhalten, starke Partnerschaften pflegen und die Koordinierung der Makropolitik verstärken.

Auf der ersten Sitzung des Gipfels in der argentinischen Hauptstadt am Freitag forderte er das Bekenntnis zur Innovation, um neue Wachstumsimpulse zu schaffen und eine Zusammenarbeit zu erzielen, welche die globale Entwicklung mit einbeziehe.

„Angesichts der zahlreichen Herausforderungen müssen wir ein stärkeres Gefühl für die Dringlichkeit entwickeln, vernünftig vorgehen und über den Horizont hinausschauen. Wir müssen unserer Verantwortung gerecht werden und die Weltwirtschaft in die richtige Richtung steuern“, sagte Xi, der bereits das sechste Mal an einem G20-Gipfel teilnahm.

Luigi Gambardella, Präsident der in Brüssel ansässigen ChinaEU, einer Plattform für Informations- und Kommunikationstechnologie, sagte, Xis Rede habe eine klare und entschlossene Botschaft: China werde das multilaterale System und die globale Zusammenarbeit weiter unterstützen. „Chinas Engagement für Offenheit und Zusammenarbeit bei der G20, die nach der Finanzkrise von 2008 ins Leben gerufen wurde, um gemeinsam an der Förderung des globalen Wachstums zu arbeiten, ist für die Weltwirtschaft von großer Bedeutung“, unterstrich er.

Statistiken zeigen, dass das Land in den letzten zehn Jahren mehr als 30 Prozent zum globalen Wachstum beigetragen hat. „Chinas Position ist in Bezug auf die Offenheit der Märkte, die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) und die Förderung von Innovation für Wachstum nahe an Europa“, befand Gambardella. Beide Seiten sollten in diesen Bereichen zusammenarbeiten und verlässliche Partner werden.

David Gosset, Gründer des Europa-China-Forums, sagte, die Rede von Xi auf dem ersten G20-Gipfel in Lateinamerika sei eine klare Bestätigung des Engagements für eine inklusive wirtschaftliche Entwicklung und globale Stabilität in einer Welt, die durch ein beispielloses Maß an Interdependenz gekennzeichnet sei. „In einer Zeit, die von Ängsten, Irrationalität und Verwirrung geprägt ist, fordert Xi zu Recht einen rationalen Ansatz, um die gemeinsamen Probleme zu lösen“, sagte er.

Die G20 bestehen aus 19 Entwicklungs- und Industrieländern sowie der Europäischen Union. Ihre Volkswirtschaften machen zusammen 86 Prozent des weltweiten BIP und 80 Prozent des Welthandels aus. Der Gipfel ist zu einem wichtigen Forum für die globale wirtschaftliche Zusammenarbeit geworden.

Timov Andreev, ein internationaler Experte am Valdai International Discussion Club, einem Moskauer Think Tank, unterstrich, dass gegenseitiges Vertrauen und gegenseitiger Respekt die wichtigsten Faktoren in den internationalen Beziehungen seien. „Als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt tragen gute Beziehungen zwischen China und anderen Ländern zur Stabilität in der Welt bei“, sagte er.