Bei einem Treffen mit den wichtigsten Vertretern der internationalen Finanzinstitutionen am Dienstag in Beijing hat Chinas Ministerpräsident Li Keqiang die weitere Öffnung seines Landes versprochen. Die Weltwirtschaft müsse zudem stärker koordiniert werden, um Wachstum zu fördern.

Chinas Ministerpräsident Li Keqiang bei einem Gruppenfoto mit den Spitzen der wichtigsten internationalen Organisationen am Dienstag in Beijing, Foto: Kuang Linhua, China Daily.

Chinas Ministerpräsident Li Keqiang hat bei einem Treffen mit wichtigen internationalen Organisationen am Dienstag in Beijing weitere Anstrengungen zur Sicherung des multilateralen Handelssystems und zur Stärkung der Koordinierung der makroökonomischen Politik gefordert. Dadurch solle die Erholung der Weltwirtschaft unterstützt und die finanzielle Stabilität gewährleistet werden.

Li traf während des 1+6-Roundtable genannten Dialogformats auf den Präsidenten der Weltbankgruppe, Jim Yong Kim; die geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde; den Generaldirektor der Welthandelsorganisation, Roberto Azevedo; den Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Angel Gurria; den Vorsitzenden des Financial Stability Board, Mark Carney sowie die stellvertretende Generaldirektorin für Politik der Internationalen Arbeitsorganisation, Deborah Greenfield.

Die Weltwirtschaft erhole sich zwar von der Finanzkrise aus dem Jahr 2008, doch angesichts der Globalisierung und der turbulenten Finanzmärkte warnte Li während des Gesprächs am Runden Tisch vor Risiken und Herausforderungen.

China sei bereit, zur Verteidigung des Freihandels mit anderen Ländern zusammenzuarbeiten, Strukturreformen zu vertiefen und den Märkten neue Vitalität einzuflößen. Chinas Türen würden sich noch weiter öffnen, als es bereits in den vergangenen 40 Jahren geschehen sei, versprach der Ministerpräsident. Die chinesische Wirtschaft sei stabil, aber einem Abwärtsdruck ausgesetzt. Die Fundamentaldaten seien gut und China sei zuversichtlich, das Wachstum auf einem vernünftigen Tempo zu halten und eine Entwicklung von hoher Qualität anzukurbeln.

China werde die Schwelle für den Marktzugang weiter senken und mehr hochwertige Waren und Dienstleistungen importieren. Das Land messe dem Schutz geistigen Eigentums eine hohe Bedeutung bei und werde sich weiter an die internationalen Regeln halten, um ein erstklassiges Geschäftsumfeld zu schaffen, in dem alle Unternehmen gleich behandelt würden, sagte Li. Außerdem sollten Steuern und Gebühren gesenkt, die Erfordernisse von behördlichen Genehmigungen gestrafft und die Negativliste für ausländische Investitionen vollständig umgesetzt werden, um ein transparenteres Umfeld für alle Unternehmen zu schaffen, fügte er hinzu.

Im Doing-Business-Index 2018 der Weltbank ist China im Vergleich zum Vorjahr um 32 Plätze vorgerückt. Lagarde sagte, China habe sich auch in diesem Jahr im Hinblick auf das Wirtschaftswachstum gut entwickelt, obwohl die Weltwirtschaft mit Problemen wie Handelsspannungen und der Anfälligkeit einiger Schwellenländer konfrontiert sei.

China sollte sich weiter öffnen, die strukturelle Neuausrichtung fortsetzen und zwischen privaten, staatseigenen und ausländische Unternehmen Augenhöhe herstellen, um den Übergang von schnellem Wachstum zu qualitativem Wachstum besser vollziehen zu können.

In einem separaten Treffen mit Lagarde am Dienstag sagte Li, China werde seinen Finanzsektor weiter öffnen, insbesondere in den Bereichen Bankwesen, Wertpapiere, Fonds und Futures, und die Stabilität des Finanzsystems aufrechterhalten.

China sei bereit, einen engeren Austausch mit wichtigen internationalen Organisationen zu pflegen, einschließlich des IWF, um die weltweite wirtschaftliche Zusammenarbeit und den freien Handel zu fördern sowie die Weltwirtschaft und die finanzielle Stabilität, so Li.