Am Freitag veröffentlichte die chinesische Zentralbank die Ergebnisse ihres umfassenden Stresstests des Bankensektors. Dieser zeigte, dass Chinas Finanzsystem insgesamt stabil ist und lediglich tolerierbare Risiken bestehen.

Die chinesische Zentralbank veröffentlichte die Ergebnisse einer umfassenden systemischen Prüfung des finanziellen Risikos, einschließlich des jüngsten Stresstests des Bankensektors und des allerersten Ratings von mehr als 4000 Finanzinstituten. Dabei tauchten zwar einige im Laufe der Jahre akkumulierte zyklische, strukturelle und institutionelle Risiken auf, diese seien aber tolerierbar und würden nicht zu systemischen finanziellen Risiken führen, sagte Zhou Xuedong, Direktor des Büros für Finanzstabilität der chinesischen Zentralbank. Um die Überwachung des Finanzsystems zu verschärfen, plant die Zentralbank, einige Finanzinstitute in eine Liste inländischer systemrelevanter Finanzinstitute aufzunehmen, die nach höheren Standards reguliert werden sollten.

„Die Bewertungsmethoden und Überwachungsstandards werden noch untersucht", sagte Zhou am Freitag. Die „versteckte Verschuldung" der lokalen Regierungen und der hohe Verschuldungsgrad nicht-finanzieller Unternehmen könnten laut dem „China Financial Stability Report 2018“ der Zentralbank die gefährlichsten Faktoren für die Finanzstabilität sein. Im Worst-Case-Szenario, das im Stresstest mit 20 großen und mittleren Geschäftsbanken getestet wurde, sinkt die Gesamtkapitalquote der Banken um 3,96 Prozentpunkte, wenn die Kreditquote um 700 Prozent steigt. Der Verschuldungsgrad der nicht-finanziellen Kapitalgesellschaften, der im vergangenen Jahr erstmals seit 2011 auf 163,6 Prozent gesunken war, trug noch immer 65,7 Prozent zu der Gesamtverschuldungsquote von 248,9 Prozent bei. Der hohe Hebelgrad wurde im Bericht als „Ursprung" der Finanzschwäche identifiziert.

Im ersten Quartal dieses Jahres erreichte die Zentralbank das erste Rating von 4327 Finanzinstituten, darunter Staatsbanken, Geschäftsbanken und Finanzunternehmen von Konzerngruppen. Die Rating-Ergebnisse, die von 1 bis 10 reichen, zeigten, dass 89,41 Prozent der bewerteten Finanzinstitute unter 8 lagen. Dies ist der Schwellenwert, ab dem die Zentralbank spezifische Maßnahmen ergreifen wird, um diese Finanzinstitute zur Risikominderung anzuleiten.

Darüber hinaus könnten externe Risiken wie Handelsstreitigkeiten auch die Finanzstabilität Chinas beeinflussen und zu nichtrationalen Schwankungen auf den Finanzmärkten führen, so der Bericht. Zusätzliche Botschaften wurden am Mittwoch vom obersten Entscheidungsgremium des Landes übermittelt, um die Erwartungen der Marktteilnehmer zu stabilisieren und auf ihre Bedenken einzugehen. Dies hat den Abwertungsdruck auf die Währung in einem entscheidenden Moment etwas gelockert, als der Renminbi weiter abwertete und sich der psychologischen Schwelle von 7 Yuan pro Dollar annäherte - dem schwächsten Stand seit einem Jahrzehnt.

„Diese Botschaften sind insgesamt positiv für die Märkte und die Wirtschaft, da die Führung die Herausforderungen erkannte, einige der größten Sorgen des Marktes direkt ansprach und praxisnahe Botschaften über die politischen Absichten gab", sagte Lu Ting, Chefökonom bei Nomura Securities in China.